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Magnetschwebebahn
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Eine Magnetschwebebahn (auch Maglev, von englisch magnetic levitation) ist ein spurgebundenes Verkehrsmittel, das durch magnetische KrĂ€fte in der Schwebe gehalten und in der Spur gefĂŒhrt wird, anstatt sich ĂŒber RĂ€der fortzubewegen, wobei der Antrieb in der Regel ĂŒber Linearmotoren erfolgt. Zwar werden mit Magnetschwebebahnen höhere Geschwindigkeiten als mit konventionellen HochgeschwindigkeitszĂŒgen bei geringerem Energieverbrauch erreicht, weltweit sind bislang aber lediglich in China, SĂŒdkorea und Japan wenige Streckenprojekte im Nahverkehr realisiert worden, von denen nur der Transrapid Shanghai bei Hochgeschwindigkeit verkehrt, wĂ€hrend vielfach Planungen fĂŒr Fernverkehrsverbindungen auf anderen Kontinenten abgebrochen wurden.
Contents
âą Antriebsarten
âą Geschichte
⹠AnfÀnge
âą Schweiz
âą Japan
âą China
âą Sowjetunion
âą Polen
âą Entwicklung
âą China
âą Deutschland
âą Japan
âą SĂŒdkorea
âą USA
âą Sonstiges
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Magnetisches Schweben
Bei magnetisch schwebenden Bahnen werden Magnetfelder genutzt, um Fahrzeuge in einen Schwebezustand zu bringen. Man unterscheidet
âą Elektromagnetisches Schwebesystem (electromagnetic suspension, EMS) und
âą Elektrodynamisches Schwebesystem (electrodynamic suspension, EDS).
Bei elektromagnetisch schwebenden Bahnen magnetisiert ein mit Gleichstrom erregter Elektromagnet das ferromagnetische Material auf der anderen Seite eines Luftspaltes, was eine Anziehungskraft bewirkt. Da das anziehende Verfahren ohne Regelung instabil wĂ€re, muss hier eine aktive Luftspaltregelung eingesetzt werden. DafĂŒr sind schnelle und effiziente dynamische Regelungen von entscheidender Bedeutung. Um das Fahrzeug durch AnziehungskrĂ€fte anheben zu können, umgreift beim Transrapid-System das Fahrwerk die Fahrbahn, Beispiel Transrapid.
Beim elektrodynamischen Schweben werden magnetische Wechselfelder erzeugt, die auf der Gegenseite in nichtmagnetischen elektrischen Leitern, meist Aluminium, Wirbelströme hervorrufen, die das tiefere Eindringen des magnetischen Feldes verhindern, mit dem Ergebnis einer abstoĂenden Kraft,cite-ref-eds-power-consumption-1-0[1] Beispiel JR-Maglev. EDS ist bei geringen und mittleren Geschwindigkeiten weniger energieeffizient. Bei hohen Geschwindigkeiten fĂŒhrt schon die Bewegung eines gleichförmigen erregenden Feldes zu Wirbelströmen, was den Energieaufwand von EDS senkt, den von EMS steigen lĂ€sst.
Beide Systeme können mit supraleitenden Spulen arbeiten und durch den Einsatz von Permanentmagneten energieeffizienter gestaltet werden.cite-ref-2[2]
Antriebsarten
Als berĂŒhrungsfreies Antriebsprinzip wird regelmĂ€Ăig das des Linearmotors eingesetzt. Typischerweise werden auf einer Seite des Luftspalts Ströme induziert. Die andere, aktive Seite heiĂt in Analogie zu rotierenden Maschinen Stator. Dieser kann als Langstator im Fahrweg oder als Kurzstator im oder am Fahrzeug verbaut sein.
FĂŒr die Bestromung eines Kurzstators sind ein Paar Stromschienen sowie eine induktive Ăbertragung oder ein Dieselaggregat notwendig und die Fahrzeuge sind schwerer. Dagegen ist die Langstator-Bauweise, falls nicht die Fahrzeugdichte auf der Strecke sehr hoch ist, in der Anschaffung teurer, selbst wenn der Langstator nur an Steigungen und Haltepunkten fĂŒr den maximalen Schub ausgelegt wird.
Geschichte
AnfÀnge
Im Jahr 1914 erregte der französische Erfinder Emile Bachelet in London Aufsehen. In einem Saal hatte er einen etwa einen Meter langen, bleistiftförmigen Hohlkörper aus Aluminium ĂŒber einer langen Reihe von Wechselstrommagneten schweben lassen, vorwĂ€rts getrieben durch einzelne offene Spulen. Er wollte mit solch einem System zwischen London und Liverpool Briefe transportieren.
âEmile Bachelet, ein Franzose, hat eine Bahn erfunden, die keine RĂ€der, keine Gleise, keine Lokomotive und keinen Motor hat und dennoch 300 Meilen in der Stunde zurĂŒcklegt. Dabei wird weder Reibung noch Vibration erzeugt. An Stelle der Gleise sind als Spur Aluminiumklötze aufgestellt, die alle 7 bis 8 Meter von einem torĂ€hnlichen Magneten unterbrochen werden. Ăber diesen Klötzen und unter den Toren schwebt ein Stahlzylinder, der die Form einer Zeppelingondel hat und den eigentlichen Zug darstellt. Die elektromagnetischen Gewinde im Inneren der Aluminiumklötze stoĂen bei der Einschaltung des elektrischen Stromes den Zug von sich ab und halten ihn in der Luft, wĂ€hrend die groĂen Magneten ihn vorwĂ€rts ziehen.â
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FĂŒrstenfeldbrucker Wochenblatt
, 68. Jg. Nr. 63 vom 6. Juni 1914
Weimarer Republik und Deutsches Reich
Hermann Kemper, der sich mit Techniken elektromagnetischer Schwebebahnen beschĂ€ftigte, hatte 1922 die Entwicklung der Magnetschwebebahn im Deutschen Reich begonnen. FĂŒr das elektromagnetische Schweben von Fahrzeugen wurde ihm an 14. August 1934 das Reichspatent 643316 erteilt. ZunĂ€chst war eine Versuchsbahn fĂŒr höchste Geschwindigkeiten im GesprĂ€ch; dieses Projekt wurde jedoch wegen des Zweiten Weltkrieges nicht weiterverfolgt.
Bundesrepublik Deutschland
Erste FirmengrĂŒndungen und erste Projekte
âą Im Jahr 1967 grĂŒndete Stefan Hedrich die Gesellschaft fĂŒr bahntechnische Innovation, in der sich Forscher und Firmen fĂŒr die Weiterentwicklung der Magnetschwebebahn engagierten.cite-ref-3[3] Ab 1973 nahmen der Physiker Götz Heidelberg und Professor Herbert Weh von der Technischen UniversitĂ€t Braunschweig die Entwicklung wieder auf.
âą 1971 â am 2. April fand in Ottobrunn bei MĂŒnchen die erste Versuchsfahrt des Prinzipfahrzeuges der Magnetschwebetechnik der Firma MBB (heute Airbus Group) statt.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]
âą 1971 â am 11. Oktober prĂ€sentierte die Firma Krauss-Maffei in MĂŒnchen-Allach das Versuchsfahrzeug Transrapid 02.
âą 1979 wurde auf der Internationalen Verkehrsausstellung (IVA) in Hamburg weltweit die erste fĂŒr den Personenverkehr zugelassene Magnetbahn (Transrapid 05) prĂ€sentiert.
âą Ab 1983 installierte die Firma Magnetbahn Bahn GmbH in West-Berlin nahe dem Potsdamer Platz eine 1,6 km lange Magnetbahn fĂŒr den Nahverkehr, die M-Bahn, die auf der stillgelegten Trasse der U-Bahn-Linie U2 verlief. Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Mauerfall im Berliner Zentrum wurde die U-Bahn-Strecke reaktiviert, weshalb die M-Bahn 1992 abgebaut und ihre Weiterentwicklung eingestellt wurde.cite-ref-bvg-plus-0419-8-0[8] Ein geplanter Wiederaufbau zwischen dem Bahnhof Flughafen Berlin-Schönefeld und dem FlughafengebĂ€ude zerschlug sich binnen kurzer Zeit.
âą 1984 ging mit dem Transrapid 06 der erste Bauabschnitt der Transrapid-Versuchsanlage Emsland (TVE) in Betrieb.
âą Am 17. Juni 1993 stellte der Transrapid 07 auf der TVE mit 450 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord fĂŒr Magnetschwebebahnen zum Personentransport auf.
Vorschriften und Planungen
In Deutschland regelt die Magnetschwebebahn-Bau- und Betriebsordnung (MbBO) den Bau und Betrieb von öffentlichen Magnetschwebebahnen. Die entsprechenden Genehmigungsregularien sind im Allgemeinen Magnetschwebebahngesetz (AMbG) geregelt. Das Eisenbahn-Bundesamt ist Aufsichts- und Genehmigungsbehörde, wie auch bei der herkömmlichen Eisenbahn. Die Transrapid-Versuchsanlage im Emsland unterliegt dem Gesetz ĂŒber den Bau und Betrieb von Versuchsanlagen zur Erprobung von Techniken fĂŒr den spurgefĂŒhrten Verkehr (SpurVerkErprG) von 1976. Aufsichtsbehörde hierfĂŒr ist die NiedersĂ€chsische Landesbehörde fĂŒr StraĂenbau und Verkehr (NLStBV).
Als erste Langstreckenanwendung einer Magnetschwebebahn war nach der Wiedervereinigung eine Verbindung zwischen Hamburg und Berlin geplant. Nachdem die Planungen dafĂŒr eingestellt worden waren, sollte entweder das RĂŒckgrat des ĂPNV in der Metropolregion Rhein-Ruhr als Metrorapid oder der Transrapid MĂŒnchen als Flughafenzubringer in Magnetschwebetechnik gebaut werden. Auch diese PlĂ€ne wurden spĂ€ter wieder aufgegeben. Andere Langstreckenprojekte wie HamburgâBremenâNiederlande kamen bisher nicht ĂŒber Ideenniveau hinaus.
Transport System Bögl
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Hauptartikel
:
Transport System Bögl
In Sengenthal in der Oberpfalz betreibt die Firma Max Bögl seit 2016 eine inzwischen 800 Meter lange Magnetschwebebahn-Versuchsstrecke neben der B 299.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11] Das Transport System Bögl (TSB) ist fĂŒr Geschwindigkeiten bis 170 km/h konzipiert und kann sowohl im Personen- als auch im GĂŒterverkehr eingesetzt werden. Im Gegensatz zum Transrapid umfasst der Fahrweg das Fahrzeug. In Chengdu (China) existiert seit 2019 eine 3,5 Kilometer lange Teststrecke.cite-ref-12[12]cite-ref-13[13] In Berlin,cite-ref-14[14] Hamburgcite-ref-15[15] und NĂŒrnbergcite-ref-16[16] ist der Einsatz als Nahverkehrssystem in der Diskussion.
Schweiz
Das SwissRapide-Konsortium plant und entwickelt eine Magnetschwebebahn fĂŒr die Schweiz. Als Pionier unter den groĂen Infrastrukturprojekten wird es mehrheitlich oder gar vollstĂ€ndig durch private Investoren finanziert. Der SwissRapide Express soll langfristig das Gebiet zwischen Genf und St. Gallen erschlieĂen sowie die StĂ€dte Luzern und Basel einbinden. Die ersten Projekte umfassen die Strecken BernâZĂŒrich, LausanneâGenf und ZĂŒrichâWinterthur. Tendenziell als erstes realisiert wird die Strecke zwischen Lausanne und Genf. Der SwissRapide Express basiert auf der Transrapid-Magnetbahn-Technik, die in Shanghai seit 2004 im Einsatz ist (Transrapid Shanghai).
Ein frĂŒheres, ambitiöses Zukunftsprojekt war Swissmetro, ein Stadtverbindungsnetz fĂŒr die Schweiz. Die Swissmetro AG hatte die Vision, eine unterirdische Magnetschwebebahn in einer Teilvakuumröhre zu betreiben und damit die wichtigsten Schweizer Stadtzentren und FlughĂ€fen zu verbinden. Zuerst wurde eine Strecke zwischen Lausanne und Genf ins GesprĂ€ch gebracht. Andere mögliche Strecken wĂ€ren BaselâZĂŒrich und VerlĂ€ngerungen zu deren FlughĂ€fen oder GenfâLyon gewesen. Swissmetro ist an der Finanzierung gescheitert.
Japan
Seit 1962 laufen in Japan Forschungsarbeiten zu Magnetschwebebahnen. Mittlerweile sind zwei Systeme entwickelt worden: Der elektrodynamisch auf supraleitenden Magneten schwebende JR-Maglev bzw. ChĆ«Ć-Shinkansen (Langstatorantrieb, Betriebshöchstgeschwindigkeit 500 km/h) und der elektromagnetisch schwebende HSST (Kurzstatorantrieb, Betriebshöchstgeschwindigkeit ca. 100 km/h).
Mit dem ChĆ«Ć-Shinkansen soll die Strecke TokioâNagoyaâOsaka realisiert werden; die bereits bestehende 42,8 km lange Teststrecke in der PrĂ€fektur Yamanashi bildet ein TeilstĂŒck des im Bau befindlichen Abschnitts zwischen Tokio und Nagoya.cite-ref-17[17]
China
Anfang 2004 wurde der Regelbetrieb des Transrapid Shanghai (SMT) als fahrplanmĂ€Ăig schnellstes spurgebundenes Fahrzeug der Welt zur Anbindung des Flughafens Pudong aufgenommen. Es handelt sich um ein berĂŒhrungsloses elektromagnetisches Schwebesystem (EMS) mit berĂŒhrungslosem synchronem Langstator-Linearmotorantrieb. Am 11. November stellte ein SMT-Fahrzeug mit 501,5 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.cite-ref-18[18]
Ausgehend vom Transrapid-Joint-Venture wurde 2002 offiziell mit der Entwicklung einer eigenen Magnetschwebebahn begonnen. Zu der Zeit war die Schnellfahrstrecke GuangzhouâShenzhenâHongkong noch in der Planungsphase, und seit einigen Jahren wurde eine Realisierung als Magnetschwebebahn diskutiert. Der Systemvergleich einer Kommission ergab jedoch 2003, dass nicht nur die Bauzeit lĂ€nger und die Investitionskosten höher seien, sondern womöglich auch die Betriebs- und Unterhaltskosten. Damit wurde der Plan aufgegeben.cite-ref-19[19]
2004 wurde, teilweise mit Langstatoren von der Pudong-Linie, am Jiading Campus der Tongji-UniversitĂ€t in Shanghai eine drei Kilometer lange Teststrecke gebaut und 2006 darauf ein Fahrzeug mit Permanentmagneten erprobt,cite-ref-20[20] ein fĂŒr den Nahverkehr geeignetes Fahrzeug. Diese Entwicklung stellte keine Konkurrenz fĂŒr das Transrapid-Konsortium dar, das sich damals noch Hoffnung machte, den Auftrag ĂŒber rund 4 Mrd. Euro fĂŒr die geplante VerlĂ€ngerung der Strecke in Shanghai um 200 km nach Hangzhou zu erhalten. Aber 2008 scheiterte auch dieses Projekt an steigenden KostenschĂ€tzungen, steigenden Geschwindigkeiten der konventionellen ZĂŒge und an steigendem Widerstand von Trassenanrainern, die sich vor Elektrosmog fĂŒrchteten.cite-ref-maglev-debate-21-0[21]
Seit 2016 verkehrt der Changsha Maglev Express zwischen der Stadt Changsha und ihrem Flughafen.
Die dritte kommerzielle Magnetschwebebahn-Strecke in China wurde am 30. Dezember 2017 im Westen Pekings eröffnet, wo sie als S1 zwischen Jinanqiao und Shichang 7 Haltestellen mit maximal 105 km/h verbindet.
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Hauptartikel
:
CRRC 600
Am 20. Juli 2021 stellte die CRRC, Ltd. eine Magnetschwebebahn vor, die fĂŒr eine Höchstgeschwindigkeit von 600 km/h konstruiert wurde. Der Zug wurde in ihrem Werk in Qingdao vorgestellt. Das Projekt startete 2016, der Prototyp wurde 2019 gebaut und absolvierte seit 2020 Fahrten auf der Teststrecke der Tongji-UniversitĂ€t in Shanghai. Der Triebwagen besteht aus fĂŒnf Einzelfahrzeugen. Möglich werden sollen ZĂŒge von zwei bis zu 10 Wagen. Jedes dieser Fahrzeuge fasst mehr als 100 FahrgĂ€ste. In der verwendeten Fahrbahn wird nur immer der Teil mit Energie versorgt, in dem sich das Fahrzeug aktuell aufhĂ€lt. Die Fahrzeuge sind fĂŒr den Betrieb in GoA3 ohne TriebfahrzeugfĂŒhrer (begleiteter fahrerlose Zugbetrieb) vorgesehen.cite-ref-22[22] Die Behörden in China planen laut Medienberichten zwei Strecken, auf denen die neuen Fahrzeuge betrieben werden sollen. Dabei handele es sich um eine Trasse zwischen Shanghai und Guangzhou (nördlich von Hongkong). Die Fahrzeit soll zweieinhalb Stunden betragen. Die zweite Verbindung soll zwischen Peking und Guangzhou (ca. 2.000 km) errichtet werden. Die Fahrzeit betrĂŒge 3,5 Stunden. Beide Strecken sollen bis zum Jahr 2030 in Betrieb gehen.
Sowjetunion
In den 1970er Jahren wurde in der Sowjetunion die Entwicklung einer Magnetschwebebahn vorangetrieben. Dabei setzte man auf einen Antrieb durch einen Linearmotor, wĂ€hrend der Schwebezustand mit Permanentmagneten erreicht werden sollte. Der hauptsĂ€chliche Grund fĂŒr den Einsatz von Permanentmagneten war, dass damit ein Schwebefeld ohne weitere Energiezufuhr erzeugt werden kann. Als mögliche StreckenfĂŒhrung war damals bereits ein Zubringer fĂŒr die Moskauer FlughĂ€fen im GesprĂ€ch und ebenso eine Alternative zur geplanten Metro in Alma-Ata in der Kasachischen SSR. Die bei den Fahrten mit einem bereits vollausgestatteten Prototyp ĐąĐ-01 auf einer Versuchsstrecke von 200 Metern gewonnenen Erkenntnisse lieĂen die Konstrukteure allerdings an der Verwendbarkeit von Permanentmagneten zweifeln.
In der Folge entschied man sich bei der Weiterentwicklung der Magnetschwebebahn fĂŒr eine Konstruktion mit einem elektromagnetischem Schwebesystem. Der Antrieb sollte weiterhin mit einem Linearmotor erfolgen. Ein entsprechender Prototyp ĐąĐ-05 mit 18 SitzplĂ€tzen wurde seit Anfang der 80er Jahre entwickelt und gebaut. Die Kabine ist eine Aluminium-Konstruktion und besaĂ ursprĂŒnglich zwei FahrstĂ€nde. ĐąĐ-05 wurde auf einer 850 Meter langen Versuchsstrecke getestet. Der Einsatz einer lĂ€ngeren Version mit 64 SitzplĂ€tzen als Zubringer fĂŒr den Flughafen Moskau-Scheremetjewo wurde bereits geplant, da beendete der Einbruch der sowjetischen Staatswirtschaft wĂ€hrend der Perestroika abrupt das bereits sehr weit gediehene Projekt.
Der Prototyp steht heute noch in Ramenskoje (Moskauer Oblast) auf dem GelĂ€nde der Firma ĐĐĐ ĐĐĐŠ «йĐĐĐ», die die Entwicklung von Magnetschwebebahnen fĂŒr GĂŒtertransporte unter privatwirtschaftlichen Bedingungen weitergefĂŒhrt hat.cite-ref-23[23] Realisiert wurde ein GĂŒtertransportsystem mit einer Traglast von 30 Tonnen fĂŒr Haus-Bauelemente in Rostow am Don.
Polen
In Polen wurde 2022 der Bau einer rund 700 Meter langen Teststrecke fĂŒr Magnetschwebebahnen mit passiver Levitation durch das Technologieunternehmen Nevomo abgeschlossen.cite-ref-24[24] Auf der Strecke in der Woiwodschaft Karpatenvorland testet das Unternehmen das von ihm entwickelte MagRail-System bei bis zu 130 km/h.cite-ref-25[25] T-Online berichtete, dass der Test im September 2023 geglĂŒckt sei. Als nĂ€chster Schritt werden Fahrten im GĂŒterverkehr gesehen.cite-ref-26[26]
Entwicklung der Geschwindigkeitsrekorde bei Versuchsfahrten
| Jahr | Land | Fahrzeug | Geschwindigkeit | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 1971 | Deutschland | MBB-Prinzipfahrzeug | 0 90 km/h | |
| 1971 | Deutschland | Transrapid 02 | 164 km/h | |
| 1972 | Japan | JR-Maglev ML100 | 0 60 km/h | |
| 1973 | Deutschland | Transrapid 04 | 250 km/h | |
| 1974 | Deutschland | EET-01 | 230 km/h | unbemannt |
| 1975 | Deutschland | Komet (KomponentenmesstrÀger) | 401,3 km/h | unbemannt, Dampf-Raketen-Antrieb |
| 1978 | Japan | HSST01 | 307,8 km/h | unbemannt, Raketenantrieb von Nissan |
| 1978 | Japan | HSST02 | 110 km/h | |
| 1979 | Japan | JR-Maglev ML500 | 504 km/h | unbemannt |
| 1979 | Japan | JR-Maglev ML500 | 517 km/h | unbemannt, erreichte als erstes Schienenfahrzeug eine Geschwindigkeit von mehr als 500 km/h |
| 1987 | Deutschland | Transrapid 06 | 406 km/h | |
| 1987 | Japan | JR-Maglev MLU001 | 400,8 km/h | |
| 1988 | Deutschland | Transrapid 06 | 412,6 km/h | |
| 1989 | Deutschland | Transrapid 07 | 436 km/h | |
| 1993 | Deutschland | Transrapid 07 | 450 km/h | |
| 1994 | Japan | JR-Maglev MLU002N | 431 km/h | unbemannt |
| 1997 | Japan | JR-Maglev MLX01 | 531 km/h | |
| 1997 | Japan | JR-Maglev MLX01 | 550 km/h | unbemannt |
| 1999 | Japan | JR-Maglev MLX01 | 548 km/h | unbemannt |
| 1999 | Japan | JR-Maglev MLX01 | 552 km/h | 5er-Zuggarnitur, vom Guinness-Buch der Rekorde bestÀtigt |
| 2003 | Deutschland | Transrapid SMT | 501,5 km/h | bemannt, ohne Modifikation, aufgestellt auf der Strecke des Transrapid Shanghai, Rekord fĂŒr schnellste kommerziell betriebene Magnetschwebebahn und schnellsten kommerziell eingesetzten Zug |
| 2003 | Japan | JR-Maglev MLX01 | 581 km/h | 3er-Zuggarnitur, vom Guinness-Buch der Rekorde bestÀtigt |
| 2015 | Japan | Shinkansen L0 | 590 km/h | |
| 2015 | Japan | Shinkansen L0 | 603 km/h | |
Entwicklung
âą Das sĂŒdkoreanische Firmenkonsortium Rotem entwickelte eine Nahverkehrs-Magnetschwebebahn fĂŒr Geschwindigkeiten bis ca. 110 km/h, mit der um 2005 eine Stadtbahnlinie realisiert werden sollte. Am 26. September 2010 fand am Flughafen Seoul-Incheon der erste Spatenstich fĂŒr die Incheon Airport Maglev mit einer 6,1 Kilometer langen Strecke statt. Die Fertigstellung der Linie war fĂŒr 2012 geplantcite-ref-27[27] und ist im Jahr 2016 erfolgt.
âą An der TU Dresden wird unter dem Namen SupraTrans ein Konzept entwickelt, das auf dem magnetischen Schweben eines Supraleiters im Feld eines Permanentmagneten basiert. Mit Hochtemperatursupraleitern soll der Energiebedarf fĂŒr das Schweben sinken.
âą Magnetschwebebahnsysteme werden auch immer wieder als Starthilfen fĂŒr Weltraumfahrzeuge diskutiert, wobei eine solche Bahn, die eine Rakete trĂ€gt, an einem steilen Berg errichtet oder eine riesige Schanze gebaut werden soll.
âą Im Mai 1998 stellten Forscher am Lawrence Berkeley National Laboratory in Berkeley (Kalifornien) als Nebenprodukt des vorrangig betriebenen Schwungrad-Energiespeicher-Projektes ein völlig neues Magnetschwebebahn-Systemcite-ref-28[28] Inductrack vor, das durch passive in Halbach-Array angeordneten Raum-Temperatur-Permanentmagneten aus neuartigen Legierungen charakterisiert ist und damit wesentlich kostengĂŒnstiger, energieeffizienter und wirtschaftlicher sei als alle ĂŒbrigen Magnetschwebesysteme.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30] FĂ€hrt der Zug, induziert er durch seine Bewegung ein abstoĂendes Magnetfeld und schwebt ĂŒber dem Gleiskörper. Wie das EDS JR-Maglev soll Inductrack mit HilfsrĂ€dern ausgestattet und beispielsweise von einem Propeller bzw. im weiterentwickelten Inductrack II mit dualem Halbach-Array per elektromagnetischen Impuls angetrieben werden. Dieses System soll spĂ€ter nicht nur wirtschaftlichere Magnetschwebebahnen, sondern auch kostensenkende Raketenstartvorrichtungen ermöglichen. Studien der NASA zeigen, dass durch Beschleunigen einer groĂen Rakete mit Hilfe eines weiterentwickelten Inductrack auf Mach 0,8 ca. 30â40 % Raketentreibstoff eingespart und entsprechend die Nutzlast vergröĂert oder die Rakete verkleinert werden könnte.cite-ref-31[31]
AusgefĂŒhrte Anlagen
China
⹠Teststrecke der Tongji-UniversitÀt, Jiading-Campus, Shanghai, siehe CM1 Dolphin
âą Changsha Maglev Express (2016)
âą Beijing Daitai Linie S1 (2014)
âą Teststrecke von Max Bögl in Chengdu fĂŒr das Transport System Bögl
Deutschland
⹠Transrapid 05: 1979 zur Internationalen Verkehrsausstellung in Hamburg vom Heiligengeistfeld zum MessegelÀnde gebaut, nach Ende der IVA demontiert und in Kassel wieder aufgebautcite-ref-32[32]
⹠M-Bahn: 1983 in West-Berlin gebaut, 1992 nach Maueröffnung demontiert, damit die östlichen und die westlichen Streckenteile der Linie U2 wieder verbunden werden konntencite-ref-bvg-plus-0419-8-1[8]
âą Transrapid-Versuchsanlage Emsland: 1984 in Lathen in Betrieb genommen, 2011 stillgelegt
⹠Transport System Bögl, 2012 in Sengenthal gebaut
⹠SupraTrans: Zweisitzer mit Hochtemperatursupraleitern, fÀhrt auf Dresdener 80-m-Teststrecke mit Permanentmagnetencite-ref-33[33]
Japan
SĂŒdkorea
âą Teststrecke Taeduk, SĂŒdkorea
âą Peoplemover zwischen dem Daejeon Expo Park und dem National Science Museum (Korea), SĂŒdkorea
âą Incheon Airport Maglev, SĂŒdkorea (2016â2023)
USA
Sonstiges
Infrastruktur und Triebwagen bedingen beim Antrieb einander, weshalb der Hersteller des Fahrzeugs ĂŒblicherweise auch die Infrastruktur bereitstellt. Dies kann einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Fahrzeugherstellern auf der gleichen Infrastruktur erschweren.
Siehe auch
Literatur
âą Michael Witt, Eckert Fritz, Johannes KlĂŒhspies, David Harder, Kenji Eiler: Weltweite Magnetbahnentwicklungen und deren Einsatzchancen. In: Der Eisenbahningenieur. Band 72, Nr. 11, November 2021, ISSN 0013-2810, S. 53â57.
âą Richard D. Thornton: Efficient and Affordable Maglev Opportunities in the United States, Proc. IEEE, 97, 2009 doi:10.1109/JPROC.2009.2030251, (online; PDF; 1,3 MB)
⹠Rainer Schach, Peter Jehle, René Naumann: Transrapid und Rad-Schiene-Hochgeschwindigkeitsbahn. Springer, Berlin 2006, ISBN 3-540-28334-X
âą Johannes KlĂŒhspies: Zukunftsaspekte europĂ€ischer MobilitĂ€t: Perspektiven und Grenzen einer Innovation von Magnetschnellbahntechnologien. Habilitationsschrift a. d. Univ. Leipzig 2008, ISBN 3-940685-00-3
Weblinks
âą Literatur von und ĂŒber Magnetschwebebahn im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Magnetschwebebahn-Informationsplattform magnetbahn.de
âą Website des International Maglev Board
âą Text des Allgemeinen Magnetschwebebahngesetzes
Einzelnachweise
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cite-note-44. â Kyrill von Gersdorff: Ludwig Bölkow und sein Werk: Ottobrunner Innovationen, Bernard & Graefe, 1987, eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche
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cite-note-66. â Nur Fliegen ist schneller. In: Pictures of the Future FrĂŒhjahr 2003. Siemens AG, archiviert vom Original am 13. Juni 2008; abgerufen am 27. Mai 2009.
cite-note-bvg-plus-0419-88. â Die BVG schwebt ĂŒber den Dingen. (pdf) Neue Serie: Zum 90. JubilĂ€um der BVG stellt Axel Mauruszat FundstĂŒcke aus dem Archiv vor. www.bvg.de, 22. MĂ€rz 2019, abgerufen am 29. MĂ€rz 2019 (Seite 36 (PDF-Seite 19)).
cite-note-99. â ZugunglĂŒck: Tote bei Transrapid-Unfall. Zeit Online, 23. September 2006, abgerufen am 19. April 2015.
cite-note-1010. â Nordbayern, 8. Januar 2016: Sengenthal: Neue Transrapid-Tests in der Oberpfalz geplant
cite-note-1111. â Nordbayern, 18. Juni 2016: Schwebebahn gleitet am Baggersee in GreiĂelbach entlang
cite-note-1212. â Handelsblatt, 8. Juli 2018: MittelstĂ€ndler baut Magnetbahn fĂŒr chinesischen Nahverkehr
cite-note-1313. â Michael.Fuchs: Meilenstein fĂŒr das TSB in China. In: mbquadrat. 9. Dezember 2019, abgerufen am 10. Dezember 2023 (deutsch).
cite-note-1515. â Transport System Bögl könnte bald in Hamburg schweben - MagnetBahn. 18. Oktober 2023, abgerufen am 20. Januar 2024 (deutsch).
cite-note-1616. â Thomas Balbierer: RegierungserklĂ€rung: Söder will Gendern verbieten - und trĂ€umt von Weltraumbahnhof in Bayern. 5. Dezember 2023, abgerufen am 20. Januar 2024.
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cite-note-1818. â Stichtag - 11. November 2003: Transrapid-Geschwindigkeitsrekord in China. 11. November 2018, abgerufen am 27. November 2023.
cite-note-1919. â Anfrage LCQ10: Guangzhou-Shenzhen-HK Express Rail Link des Parlamentariers Hon Lau Kong-wahan an die Hongkonger Regierung zu den Ergebnissen der Studie und Antwort der SekretĂ€rin fĂŒr Umwelt, Transport und Arbeit, Dr. Sarah Liao, am 10. November 2004
cite-note-2020. â Permanent maglev line likely to be launched in Dalian. Peopleâs Daily Online, 24. Juli 2006
cite-note-maglev-debate-2121. â Liang Chen: Maglev debate goes off the rails (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive). Global Times, 22. Juli 2014
cite-note-2323. â ĐąĐžĐŒ ĐĄĐșĐŸŃĐ”ĐœĐșĐŸ: âĐĄĐŸĐČĐ”ŃŃĐșĐžĐč ĐŒĐ°ĐłĐ»Đ”ĐČ: 25 Đ»Đ”Ń ĐżĐŸĐŽ ŃĐ”Đ»Đ»ĐŸŃĐ°ĐœĐŸĐŒâ in ĐĐŸĐżŃĐ»ŃŃĐœĐ°Ń ĐĐ”Ń
Đ°ĐœĐžĐșа, Mai 2015 Nr. 5 (151), S. 52â56
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cite-note-2525. â Nevomo: hyperloop-inspired rail freight could be soon a reality. In: RailFreight.com (englisch). Abgerufen am 25. August 2023.
cite-note-2626. â âMagRailâ: Europa soll neuen Superzug bekommen. In: Focus Online. 18. September 2023, abgerufen am 19. September 2023.
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cite-note-2929. â Inductrak. llnl.gov, abgerufen am 19. April 2015.
cite-note-3030. â R. F. Post: SciTech Connect: Inductrack demonstration model. osti.gov, abgerufen am 19. April 2015.
cite-note-3131. â Lawrence Livermore National Laboratory Artikel Oktober 2004 Inductrack II Takes Flight (PDF-Datei; 9,3 MB)
cite-note-3232. â (+) Die geheime Transrapid-Strecke in Kassel - MagnetBahn. 11. Juni 2023, abgerufen am 14. Januar 2024 (deutsch).
cite-note-3333. â Heiko Weckbrodt: Supratrans: Sachsens Traum vom Schweben am Ende. Oiger, 6. September 2017.